Veröffentlicht am 27.05.2026
Ausbildung zur Fachkraft für Erinnerungskontakte
Was sind Erinnerungskontakte?
Erinnerungskontakte sind eine spezialisierte fachliche Intervention im Kontext hochkonflikthafter Trennungs- und Scheidungsfamilien. Sie wurden von der Psychotherapeutin und Sachverständigen Dr. phil. Liselotte Staub entwickelt und dienen als Möglichkeit der Schadensbegrenzung, wenn der Kontakt zwischen Kind und getrenntlebendem Elternteil nachhaltig verweigert wird.
Im Mittelpunkt steht eine strukturierte, moderierte und interaktionsfreie Kontaktform zwischen Kind beziehungsweise Jugendlichen und einem Elternteil. Ein direkter Austausch findet dabei nicht statt. Die Kommunikation erfolgt ausschließlich über eine fachlich qualifizierte moderierende Person.
Ziel dieser Intervention ist es, dem Kind trotz bestehender Ablehnung eine minimale Form der Auseinandersetzung mit dem Elternteil zu ermöglichen und die Entwicklung unrealistischer oder verfestigter negativer Vorstellungen zu verhindern. Erinnerungskontakte leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Identitätsentwicklung und zum langfristigen Kindeswohl.
Ziel der Ausbildung
Die Ausbildung befähigt Fachkräfte dazu, Erinnerungskontakte fachlich fundiert vorzubereiten, professionell zu moderieren und eigenständig durchzuführen. Die Teilnehmenden erwerben ein differenziertes Verständnis für Dynamiken hochkonflikthafter Familiensysteme und lernen, kindeswohlorientierte Minimalinterventionen verantwortungsvoll umzusetzen.
Inhalte der Ausbildung
- Einführung in das Konzept und die Zielsetzung von Erinnerungskontakten
- Psychodynamische Hintergründe von Kontaktverweigerung und Entfremdung
- Rechtliche und fachliche Einordnung im Kontext des Kinderschutzes
- Rolle und Haltung der moderierenden Fachkraft
- Vorbereitungsgespräche mit Eltern und Kindern
- Struktur und Ablauf von Erinnerungskontakten
- Moderation schwieriger Gesprächssituationen
- Umgang mit Widerständen, Konflikten und emotional belastenden Situationen
- Praxisnahe Fallarbeit und Übungen
- Reflexion der eigenen professionellen Haltung
Zielgruppe
Die Ausbildung richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus den Bereichen:
- Verfahrensbeistandschaft und Umgangsbegleitung
- Sozialarbeit und Sozialpädagogik
- Pädagogik
- Familienberatung und Jugendhilfe
- Psychologie
- sowie an alle Fachpersonen, die mit hochkonflikthaften Familienkonstellationen arbeiten
Organisation und Ablauf
- 13. November bis 14. November
- Ort: Pädagogische Praxis Annemarie Steiger, Eisenacher Straße 76, 10823 Berlin
- Beginn am 13. November um 11:00 Uhr
- Ende am 14. November um 17:00 Uhr
- Tagsüber ist für das kulinarische Wohl gesorgt
Leitung der Ausbildung
Die Ausbildung wird angeboten von Frau Schümann, die ihre Ausbildung in der Schweiz bei Dr. Staub absolviert hat. Sie ist in Deutschland eine der zwei Multiplikatorinnen, die diese Ausbildung offiziell anbieten dürfen.
Teilnahmegebühren
- Mitglieder des BVEB e.V.: 420 Euro
- Nichtmitglieder: 530 Euro
Anmeldung
Anmeldung bitte über die Geschäftsstelle des BVEB in Siegburg unter:
info@Verfahrensbeistand-berufsverband.de